Der Teufel im Unternehmen Familie

Ich hätte gerne so eine Assistentin. Kennt ihr sowas. Eine die meine Termine koordiniert, die für mich die Post erledigt, die meine Lohnsteuer erledigt,

mir morgens die Klamotten raus legt die ich anziehen sollte, mir einen Kaffee bringt, wenn ich ihn brauche.

Wäre das nicht toll? Stellt euch das mal vor! Wie in dem Film „Der Teufel trägt Prada“.

Ach, ich komme jetzt einfach ins Schwärmen.

Sie würde die Termine mit den Hunden beim Tierarzt wahrnehmen, mit ihnen Gassi gehen- aber nur dann, wenn ich es nicht schaffe.

Ich könnte mich dann auf mein Unternehmen Familie konzentrieren. Dann würde ich all das was noch nebenbei wichtig ist schaffen.

Eine Putzfrau wäre auch toll! Eine die jeden Tag kommt und das Haus sauber hält.

Überlegt mal, ihr kommt nach Hause von der Arbeit und alles ist erledigt. Der Tisch ist gedeckt, der Ofen brennt, es ist schön sauber und gemütlich.

Der Tee oder Kaffee wartet auf euch auf dem Tisch, vielleicht kocht schon ein leckeres Essen auf dem Herd.

Okay, ich revidiere mich, keine Putzfrau, sondern eine Haushälterin.

Aber kommen wir zurück zu dem Unternehmen.

Jeder Chef eines Konzerns, jeder Geschäftsmann einer bedeutenden Firma hat eine Sekretärin!

Jeder Star hat eine Assistentin, ich finde es steht mir zu auch eine zu haben.

Ihr sagt, wahrscheinlich ist es nur eine Frage des Geldes. Wer sich das leisten kann, der kann das alles auch haben.

Stimmt.

In anderen Kulturen ist es zum Beispiel so, dass die Töchter alles machen müssen. Die Mütter, wenn sie sie einigermaßen Groß bekommen haben, sind dann einfach nur Chefs.

Sie sagen was zu tun ist und was die Töchter leisten sollen, bis zu dem Moment an dem sie das Haus verlassen um zu heiraten.

Der Gedanke ist mir auch schon mal durch den Kopf geschossen. Ich habe ja zwei Töchter!

Ich werde bei ihnen einen Antrag stellen, vielleicht machen sie es.

Nun, Spaß bei Seite. So ein Unternehmen Familie ist wirklich nicht einfach zu führen. Es ist eine Frage der Organisation und wenn man sich damit auseinandersetzt und ein Plan macht kann es gut funktionieren.

Ich setze mich auseinander und mache Pläne. Da befinde ich mich gerade. Deswegen kommen mir all diese Gedanken in den Sinn.

Ich arbeite 20 Stunden in der Woche, einen Tag habe ich frei.

Und was mache ich an diesem Tag?

Genau, putzen. Sonst bleibt nicht mehr viel Zeit für den gesamten Haushalt.

Einiges muss ja gründlich gemacht werden und bei uns mit 3 Kindern und zwei Hunden ist auch ordentlich was zu tun.

Xboy ist jetzt in ganzem Haus unterwegs, nichts ist mehr sicher.

Frisch gewaschene Wäsche wird aus dem Korb geschmissen und liegt dann überall verteilt auf dem Boden. Socken aus der Schublade rausgeholt, Tupperware in der Küche.

Handtücher im Bad runtergerupft, Klopapier auseinandergenommen, Spielzeug aus den Kisten befreit, Hundenäpfe als Musikinstrument benutzt.

Grrr…

Die Hunde leisten auch einiges, sie können es wirklich gut. In den Garten rausgeschlichen und dann wieder ins Haus. Es hat gerade geregnet oder das Gras ist frisch vom Tau- für so einen Hund total perfekt,

für die Haushälterin ein Graus.

Pubertierende Mädels, die tausend Ideen im Kopf haben, von einem Raum in den nächsten flitzen und mal da, mal dort etwas veranstalten, aufräumen wird überbewertet- keine Zeit!

Montags wird also alles beseitigt, alle Spuren verwischt, bis mittags hält es an, abends sieht man nichts mehr davon!

Einkaufen ist auch dran, vorzüglich für die ganze Woche.

So ist der erste Tag in der Woche nie langweilig, die Zeit geht schnell rum und schwubs muss Xboy abgeholt werden, Mittag auf dem Tisch stehen und Hunderunde gemacht werden.

Die folgenden Tage sind ausgefüllt mit Arbeit und Terminen. Es bleibt aber noch genug Zeit für Papierkram, Telefonate, Erledigungen, zwischendurch zwei mal saugen und Boden wischen.

Die Kunst ist es noch Freiraum für sich zu schaffen und das bedeutet jonglieren mit der Zeit, Absprachen treffen und Kompromisse schließen.

Wenn nicht alles geschafft wird, dann ist es eben so.

Perfekt sein geht nicht, will ich nicht.

Okay, das entspricht nicht so ganz der Wahrheit. Klar wäre ich es gerne- mit einer Assistentin würde es klappen.

Bitte richten sie ihre Bewerbung an…