Begegnung

Ich habe beim Einkaufen K. getroffen.

Wir kennen uns schon länger von unserem gemeinsamen Hobby.

Als Xboy zur Welt kam ließ K. mir ausrichten, dass er gerne für uns da sein möchte und kann, denn er kenne sich in dieser "Materie" aus. Er sei selber Vater von einem Kind mit dem gewissem Extra...

Nun sind schon fast 6 Monate Vergangen seit diesem Angebot und wir hatten nie die Gelegenheit gehabt uns zu sehen.

Zurück zum Einkaufen.

Ich gehe also mit der Mittleren in den Laden und K. kommt freudestrahlend auf uns zu. Begrüßt mich sehr herzlich und gratuliert zu unserem kleinen Sonnenschein. Fragt wie es uns geht und wie sich der Kleine entwickelt, was man halt so fragt.

Da Xboy mit Pa draußen im Auto wartete, fragte ich ob er ihn gerne sehen möchte. Wir gehen gemeinsam zum Auto..

Alles ganz normal, alles nichts bewegendes und irgendwie doch...

Auf dem Parkplatz erlebe ich für mich etwas sehr bewegendes, etwas besonderes...

K. erzählt uns seine Geschichte, die seines Sohnes der vor 15 Jahren verstorben ist. Zu Hause, in seinen und den Armen seiner Mutter...die erzähle ich das nächste Mal genauer oder vielleicht die Eltern selbst ;-)

Die bewegenden Momente kurz und knapp, offen, mitten auf einem Parkplatz.

 Aber ganz ehrlich gesagt, das was mich am meisten beeindruckt hat, war dieses Strahlen in seinen Augen! Diese unermessliche Freude in Erinnerungen zu schwelgen, ausgelöst durch unsere Begegnung und wahrscheinlich durch die Begegnung mit unserem Strahlemann.

Sein kleiner Sohn ist nicht mehr da und doch irgendwie schon. Es waren sicherlich ganz schwere Zeiten, die sehr viel den Eltern abverlangt haben. Zeiten der Angst, Trauer, Wut, Verzweiflung..aber der kleine Mensch hat wahrscheinlich mehr Freude, Glück, Liebe gegeben und hinterlassen als wir uns überhaupt vorstellen können. Deswegen strahlt der Vater so, wenn er von ihm erzählt..

Mehrere Tage hat es mich nicht losgelassen...



Mein Mann sagt immer, es gäbe nichts schöneres für ihn, als morgens aufzuwachen und mit dem Lächeln von Schnuffelmann begrüßt zu werden.

Er lacht und freut sich über jeden Moment, jedes Wort, jedes Lied, jede Berührung, fast jede Begegnung mit neuen Menschen. Unglaublich schön anzusehen und tut unheimlich gut.

Unsere Kinder verändern uns, zeigen uns das Wesentliche, egal wie alt sie sind ob sie das Extra haben oder nicht! Die mit dem Extra aber stärker und deutlicher - diesen Eindruck habe ich persönlich.

Xboy ist erst 6 Monate alt und in meinem Leben und meiner Weltanschauung, meinen Gedanken passiert etwas. Mein Blickwinkel verändert sich.

 

Eure Ma



Seit einiger Zeit verfolge ich die Arbeit einer Fotografin. Ihr Name ist Jenny Klestil. Vielleicht habt Ihr schon was von Ihr gehört oder gesehen.

Anlässlich des Welt-Down-Syndrom-Tages entstand 2015 das Fotoprojekt „Glück kennt keine Grenzen“.

Menschen mit 47 Chromosomen und ihr Wesen sowie ihre Familienangehörigen wurden von ihr eingefangen in wunderschönen Fotoreihen. Ich sage bewusst eingefangen. Denn es gelingt Jenny das zu fotografieren wovon ich gerade schrieb. Dieses gewisse etwas, das Glück, die Liebe.

Aber schaut mal selbst...

 


https://www.facebook.com/jennyklestilphotography/

 

Am 15 Oktober findet eine Vernissage in Hannover statt.