vom Kummer, eigenem Ding und Schnodder

Das Blatt ist noch leer.

Das Jahr beginnt erst jetzt.

 

Bei uns ist es das nicht.

Es beginnt mit Kummer.

Auch das muss es geben.

Kein Sorge um Xboy.

Sorge um ein Familienmitglied der sehr wichtig für uns ist.

Um unseren Spike, unser Bordercollie.

Er ist krank, schon länger. Kann nicht schlucken und bellen.

Vorerst war nichts sichtbar.

Nur Verdachtsdiagnosen standen im Raum.

Mit Schmerzmitteln und Antibiose lief es einigermaßen gut.

Nun läuft es nicht mehr.

Nun greift nichts mehr.

Aber es wird was sichtbar.

Ein Tumor.

Waren schon kurz davor ihn zu erlösen.

Es gibt kleine Hoffnung, dass er entfernt werden kann.

Wir bangen.

Wir beten.

Wir singen.

 

Ich bin davon überzeugt, dass das Leben genauso ablaufen muss. Es gibt Höhepunkte, tolle Erlebnisse, wundervolle Tage und es gibt die weniger schönen Dinge. Die die uns Kummer bereiten, die uns traurig stimmen und eine Herausforderung darstellen. Ich mag sie persönlich nicht. Ich glaube, es tut keiner, aber es gibt sie nun mal. Sie lassen uns wachsen, machen uns stärker, etfalten neue Potentiale und lassen uns erkennen wer wir sind.

Vielleicht ist es meine persönliche Erklärung um genau mit diesen Dingen umgehen zu können. Es macht es mir aber leichter und lässt mich nach Vorne blicken mit erhobenem Haupt. Ich weiß ich schaffe vieles auch wenn ich manchmal nicht daran glauben will.

 

Zusammen ist man immer stärker und so halten wir uns fest und geben uns alle gegenseitig Kraft. Familie ist genau deswegen sehr wichtig.

 

Xboy versteht das ganze noch nicht. Er ist ab und wann dabei wenn wir mit unserem Hund zum Arzt müssen. Sieht, dass wir Kummer haben, das Tier vielleicht mehr knuddeln als sonst, ihm Medizin verabreichen. Aber was da eigentlich los ist, ist ihm nicht bekannt. Ist auch gut so. Vielleicht ist Spike einfach mal nicht mehr da..Auch das wird der kleine Mann nicht so mitbekommen und wahrscheinlich schnell vergessen.

 

Der kleine Mann macht so sein Ding.

Momentan ist ausräumen, aufräumen und umräumen einer seiner Lieblingsbeschäftigungen.

Egal was und wo. Kisten und Schachteln sind das beste. Alles rein und wieder raus.

Schubladen in der Küche, im Schlafzimmer,

Schränke im Wohnzimmer oder im Flur.

 

Schnell ist er auch noch dabei.

Sein robben hat er geübt und zu einem Meisterwerk entwickelt.

Es dauert Sekunden bis er da angekommen ist wo er hin will.

 

Sich bewegen ist wichtig, über Ma oder Pa klettern, drüber steigen, das Sofa erklimmen, sich ständig irgendwo hinstellen.

Wäschetrockner, Waschmaschiene, Herd, alles mit Kindersicherung abgesichert sonst würden die Geräte pausenlos laufen.

 

Draussen Bobbycar fahren- das hat er jetzt drauf- nur mit dem lenken ist es schwer.

Und sein Dreilaufrad- das liebt er.

An Jemand seinen Händen laufen ist prima- alleine kann er es nicht.

Oder an seinem Gehwagen- aber sehr vorsichtig.

 

Heute versuchte er alleine aufzustehen und stehen zu bleiben.

 

Die laufende Nase begleitete uns seit Monaten.

Ich weiß nicht wieveiele Taschentücher ich verbraucht habe.

Die Konsumgüterfirma hat eine Menge Geld an uns verdient.

 

Ganz zu schweigen wieviel Müll wir produziert haben. Mal gut, dass wir einen Ofen haben.

 

Die Pharmaindustrie freute sich auch über den Verkauf von Nasentropfen, NaCl, Meersalz, Thymian- Myrte-Salbe oder Engelsbalsam.

 

Stromanbieter klatschten in die Hände, da unser Inhalationsgerät praktisch in dauereinsatz war, Waschmaschiene ständig lief

-weil Schnodder überall auf den Klamotten verteilt war

und der Staubsauger die Nase frei saugen musste

- keine Sorge, es gibt so ein Gerät was extra dafür gebaut wurde und mit dem Staubsauger zusammen arbeitet.

 

Als Krönung kam am 02.01 die Mittelohrentzündung.

Ohne Fieber, mit Unruhe und Flüssigkeit aus dem Ohr.

Antibiotikum hilft und zauberte alle anderen Symptome weg.

Was für eine Erleichterung!

Ich bin mir dessen bewusst, dass es nur Kurzweilig ist.

Der Winter ist noch nicht vorbei, im gegenteil, es fängt erst richtig an.

Aber jetzt, für den Moment freue ich mich einfach darüber.

Darf ich doch- so wie die Industrien wenn es wieder los geht.

 

Weihnachten, Neujahr, unser erste Hochzeitstag, alles ging schnell vorbei und war dieses Jahr eher unspektakulär. Ruhig, entspannt, unter Familie und Freunden.

 

Eines ist aber sehr wichtig. Und zwar unser Weihnachtsgeschenk. Diesen haben wir uns selbst erträumt und erstanden.

Wir freuen uns auf unsere neuen Abenteuer von denen wir selbstverständlich berichten werden.